Medizinische Assistenz

Für ein Jahr werde ich als medizinische Assistentin im Krankenhaus „Hospital Virgen de Remedios“ in Sopachuy, Bolivien, arbeiten.
Bolivien

Bolivien ist mit seinen rund 1,1 Millionen Quadratkilometern etwa drei Mal so groß wie Deutschland, hat aber mit knapp 10 Millionen nur ca. ein Achtel der Einwohner.

Etwa die Hälfte der Einwohner lebt unter der Armutsgrenze (also mit weniger als 2 US $ pro Tag). Damit ist Bolivien eines der ärmsten Länder Südamerikas.

Obwohl es sehr reich an Bodenschätzen ist (früher Förderung von Silber und Zinn im Hochland, heutzutage vermehrt Eisenerz und Lithium) und die zweitgrößten Erdgasvorräte Südamerikas hat, profitiert die Mehrheit der Bevölkerung nicht von diesem Reichtum. Neben der Armut ist die Ungleichverteilung ein zentrales Problem Boliviens.

Mit Paraguay ist es das einzige Land Südamerikas ohne Meerzugang, was auch zu wirtschaftlichen Nachteilen im Vergleich mit anderen Staaten führt.

Insgesamt gibt es in Bolivien über 35 verschiedene indigene ethnische Gruppen mit ihren eigenen Sprachen.

Sopachuy

Ich werde meinen Freiwilligendienst in Sopachuy machen, das mit rund 2.000 Einwohnern auf 2.096 Höhenmetern im Übergangsbereich zwischen den Anden und dem bolivianischen Tiefland liegt. Der größte Teil der Einwohner gehört zur indigenen Bevölkerung.

Im gesamten Municipio Sopachuy, zu dem 22 weit voneinander entfernt liegende kleine Orte mit insgesamt etwa 8.000 Einwohnern gehören, sprechen etwa 94 % der Bevölkerung Quechua, eine Gruppe eng miteinander verwandter indigener Sprachen.

Die konstitutionelle Hauptstadt Sucre ist ca. vier „bolivianische Busstunden“ entfernt.

Hospital Virgen de Remedios

Das Hospital Virgen de Remedios, das Krankenhaus von Sopachuy, hat ein Einzugsgebiet von insgesamt 6.000 Einwohnern und ist für die medizinische Grundversorgung der Region zuständig. Aufgrund hoher Geburtenzahlen und wegen des knappen Personals ist die Mithilfe durch einen Freiwilligen sehr erwünscht.

Das Kleinkrankenhaus verfügt über 45 Betten für Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheiten: von Magen-Darm-Infektionen über Brüche bis zu Unterernährung und Infektionskrankheiten. Die technische Einrichtung des Krankenhauses ist für deutsche Verhältnisse bescheiden. Es gibt ein – wenn auch altes – Röntgengerät sowie Ultraschallgeräte; für Frühgeburten steht ein Brutkasten bereit, im Labor können Blutzuckerwerte der Patienten analysiert werden.

Im Hospital arbeiten insgesamt etwa 25 Mitarbeiter, darunter ein Zahnarzt, ein Kinderarzt und zwei Internisten. Das Krankenhaus verfügt auch über einen OP, dessen Zustand allerdings nicht dem von uns gewohnten Qualitätsstandard entspricht. Darüber hinaus gibt es eine Notaufnahme, ein Archiv, eine Küche und eine Wäscherei.

Da das Einzugsgebiet des Krankenhauses auch die umliegenden Dörfer umfasst, fahren die Ärzte in regelmäßigen Abständen auch aufs Land, um Impfungen, Gesundheitsaufklärungen und Behandlungen durchzuführen.

Tätigkeiten

Als Freiwillige werde ich keine hauptamtliche Arbeitskraft ersetzen, sondern überwiegend praktische Hilfstätigkeiten ausüben und damit das Fachpersonal unterstützen. Meine Aufgaben im Hospital werden sowohl pflegerischer als auch hauswirtschaftlicher Art sein.

Zu meinen konkreten Tätigkeiten gehören

  • … allgemeine Hilfsarbeiten im Gesundheitsbereich
  • … Vorbereitung der Patienten auf Operationen/Untersuchungen
  • … Mithilfe bei einfachem Verbandswechsel
  • … Erfassen der Vitaldaten
  • … Unterstützung bei der Körperpflege der Patienten
  • … Hilfestellung beim Essen
  • … Unterstützung der Patientenadministration
  • … Unterstützung in der Notaufnahme und im OP unter fachlicher Anleitung
  • … Betreuung der wartenden Begleitpersonen
  • … Beschäftigung mit Patienten
  • … Begleitdienste/Spaziergänge
  • … Mithilfe beim Verteilen der Mahlzeiten
  • … Mithilfe bei gesundheitlichen Aufklärungskampagnen auf dem Land
  • … und zu guter Letzt : Interkultureller Austausch mit den hauptamtlichen MitarbeiterInnen
 

Vielen Dank an Josephine für die Bilder!

Ablauf

  • 6/201610. Bolivientreffen
    Am 4.6.2016 nahm ich in Wiesbaden am Festakt anlässlich des 10. Bolivientreffens teil. Nach Reden u.a. von Vertretern des DRK, Volunta, Bundesministeriums und Max Steiner, Gründer von HI Bolivien und mein Ansprechpartner vor Ort, gab es Gelegenheit, einige Mitfreiwillige und die Freiwilligen der letzten Jahre kennen zu lernen. Eine Gruppe aus Bolivien spielte traditionelle bolivianische Musik.
  • 6/2016Krankenhauspraktikum
    Ende Juni werde ich, um nicht ganz unvorbereitet meinen Dienst im Krankenhaus anzutreten und auch um vielleicht die ein oder andere anspruchsvollere Aufgabe übernehmen zu können, eine Woche lang ein Praktikum im Klinikum Friedrichshafen machen. Dabei werde ich die PJler begleiten.
  • 7/2016Vorbereitungsseminar
    10-tägiges Vorbereitungsseminar in Wiesbaden. Wir lernen die anderen Freiwilligen kennen, mit denen wir die nächsten 12 Monate verbringen werden. In Workshops werden wir auf unsere Aufgaben vorbereitet.
  • 8/2016Ausreise
    Am 8. August geht es von Frankfurt über Sao Paolo/Brasilien und Asuncion/Paraquay nach Santa Cruz, Bolivien. In Santa Cruz erhalten wir erste Einblicke in das Land, danach geht es für 2 Wochen in unsere Einsatzstellen und danach nach Sucre, um das Visum zu beantragen.
  • 7/2017Rückkehr
    Ende Juli geht es zurück nach Deutschland
  • 8/2017Rückkehrerseminar
    Rückkehrerseminar in Wiesbaden