Farben - Musik: Entrada in Sucre

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Hallooo,

ich melde mich mal wieder mit einem kurzen Bericht über das Wochenende vom 9. bis 11. September zurück, einem Bericht über die ‚Entrada para la virgen de Guadalupe‘ in Sucre. Eine Entrada ist so etwas wie ein riesiger Umzug, diesmal zur Feier und Ehre der Jungfrau von Guadalupe.

Ich bekam am Freitag die Erlaubnis, nicht zur Arbeit zu gehen und stattdessen mit meiner WG und anderen Freiwilligen das Wochenende in Sucre zu verbringen, um auch die berühmte Entrada bewundern zu können. So nahmen wir die flota um 4 Uhr in der Frühe, da leider alles andere ausgebucht war. Was klar war, wenn gefühlt das halbe Dorf genau zu der Zeit nach Sucre fahren möchte. Die Fahrt war den Umständen entsprechend – sagen wir’s so – der Kuschelfaktor war garantiert, wenn selbst zu unseren Füßen 🙁 Personen saßen. So gegen neun kamen wir dann in Sucre an und gingen ins Hostel. Unbeschreiblich, wie sehr man sich doch auf ein frisches Müsli freut! Neben Einkäufen und kleineren Erledigungen verbrachten wir sehr viel Zeit auf der Entrada.

Am Freitag schlossen wir uns zwei Bolivianern an (die Mutter von einem der beiden arbeitet mit mir im Krankenhaus), um den kleineren Gruppen der Provinzen Sucres beim Tanzen (u.a. meinem Lieblingstanz, dem Tinku) zuzuschauen, unter anderem den Sopachueños (den Einwohnern meines Einsatzortes Sopachuy). Insgesamt geht die Entrada von Freitag bis Sonntag früh, und am Samstag kommen die großen Gruppen mit prunkvollen Kostümen – allerdings gibt es am Samstag auch viel mehr Besucher, weshalb man sich einen Sitz
platz kaufen muss. Dafür werden auf die Straße kleine Abschnitte gemalt, die man sich dann für 50 bis 70 Bolis kaufen kann. Wenn man Glück hat, kann man sogar einen Tribünenplatz ergattern. Einige Tanzgruppen tanzen von mittags bis in die Nacht hinein … wie man das schafft, ist mir immer noch ein Rätsel (ein Vögelchen zwitscherte, dass es mit genug Alkohol und Coca klappt … Wer weiß, zumindest wackelte aber bei einigen Tänzern ein Cocabeutelchen am Kostüm mit).

Alles in allem hat es sich mehr als gelohnt, die Entrada zu besuchen! Ich bin ein ganz großer Fan von den Kostümen, die von ausladenden Glitzerdrachen bei den Männern bis zu Minikleidchen mit ABBA-Plateauschuhen bei den Damen reichten. Beeindruckend war auch, dass so viele Personen bei den großen Truppen synchron tanzten und die Musik, die meistens von Blaskapellen gespielt wurde oder auch aus riesigen Lautsprechern kam. Für das leibliche Wohl sorgten entweder die Straßenverkäufer, die sich durch die Menge kämpften, oder zahlreiche Essensstände mit Burgern, Pommes, pollo (Hühnchen), Kartoffeln … Bei den Schokokuchen konnte ich dann wirklich nicht widerstehen.

Da ich das Gefühl habe, alles eh nicht richtig in Worte fassen zu können, lassen wir doch die Bilder sprechen. ♡

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