Reisedurchfall

Durchfall (Montezumas Rache, Reisedurchfall) gehört wohl zu den gesundheitlichen Problemen, mit denen jeder Fernreisende und Freiwillige in den weniger industrialisierten Ländern eher früher als später konfrontiert sein wird. Meist liegt die Ursache in der ungenügenden hygienischen Aufbereitung der Nahrungsmittel, was bedeutet, dass sich Magen-Darm-Keime im Trinkwasser und an oder in den Lebensmitteln befinden können. Über folgende Hinweise stolpert man immer wieder, wenn es um die Vorbeugung von Reisedurchfall geht:

  • Cook it, peel it or forget it: man soll alles meiden, was nicht gekocht oder geschält werden kann, also beispielsweise Salate, Eis, frische Säfte, rohes Gemüse, nicht durchgebratenes Fleisch.
  • Leitungswasser sollte nur abgekocht getrunken werden. Noch besser wäre industriell abgekochtes Wasser.
  • Eiswürfel gehören nicht in Getränke.
  • Auch die Zähne sollten nicht mit Leitungswasser geputzt werden.
  • Hände häufig waschen, insbesondere nach dem Toilettengang.

Diese Tipps sind eigentlich sehr sinnvoll, doch es nicht so einfach, sich daran konsequent zu halten, insbesondere wenn man als Freiwillige unter sehr einfachen Bedingungen leben muss.

Im Vorfeld meiner Reise wurde ich auch gegen Cholera geimpft, was einen gewissen Schutz gegen Reisedurchfall geben sollte, doch hat es auch mich bereits an meinem zweiten Tag in Bolivien erwischt. Schuld war vermutlich der Limettensaft mit Eiswürfeln, den ich zum Abendessen serviert bekam. Über etwa eine Woche hielt ich mich immer wieder in Reichweite einer Toilette auf.

Medikamente

  • Oralpädon-Pulver
  • Perenterol forte
  • Imodium akut lingual

Was tun?

  • Viel trinken
  • Elektrolytverlust ausgleichen
  • Nach jedem Toilettengang: Hände sauber waschen, ggf. zusätzlich desinfizieren

Anmerkungen

  • Oralpädon-Pulver (für Elektrolytausgleich)
    • Enthält den Wirkstoff Dinatriumhydrogencitrat, der den durch den Durchfall verursachten Flüssigkeits- und Mineralienverlust ausgleicht.
    • Nach jedem Durchfall 1 Packung
    • Jeweils 1 Packung in 1 Glas (200 ml) sauberem Wasser (= Trinkwasser) auflösen und trinken
  • Perenterol forte Kapseln
    • Enthält die Arznei-Hefe Saccharomyces boulardii. Diese soll die Erreger zu binden und aus dem Darm ausschleusen und so einen weiteren Flüssigkeitsverlust reduziert werden soll.
    • Bei akutem Durchfall: 3-mal täglich 2-3 Kapseln
    • Mit Wasser vor den Mahlzeiten
  • Bei starkem Durchfall, der über Tage nicht aufhört bzw. wenn kaum noch etwas aus Darm kommt: Imodium akut lingual (Wirkstoff: Loperamid)
    • Reduziert die Darmbewegung, wodurch die Nahrung länger im Darm verbleiben soll und der Körper mehr Flüssigkeit, Elektrolyte und Nährstoffe aufnehmen kann. Daneben sollen weniger Flüssigkeit und Elektrolyte in den Darm abgegeben weniger. Allerdings verbleiben auch die pathogenen Keime länger im Körper.
    • Nach dem Durchfall 1 Tablette auf Zunge zergehen lassen ohne Wasser
    • Max. 4 Tabletten pro Tag
    • Max. 2 Tage lang

WICHTIGER HINWEIS: Diese Auflistung und Tipps dürfen auf keinen Fall als Ersatz für den Arztbesuch angesehen werden. Zur Sicherheit am besten immer vor oder während der Reise einen Arzt oder Apotheker sowie die Beipackzettel zu Rate ziehen.

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